Was passiert, wenn wir Schriftzeichen nicht sofort lesen können? «Unlesbares» irritiert, weckt aber auch unsere Neugier: Denn was sich zunächst unserem Verständnis entzieht, birgt auch den Reiz, es zu entschlüsseln.
Ausgangspunkt der Ausstellung sind 42 Dokumente aus dem Schweizerischen Literaturarchiv (SLA, Bern). Sie sind kaum leserlich oder verfremdet, chiffriert, geschwärzt und gestrichen – jedes trägt ein Rätsel in sich, das gelöst werden will. Zugleich entwickelt das «Unlesbare» eine eigene visuelle Ästhetik, die unabhängig vom Inhalt fasziniert.
Ebenso ist die Ausstellung ein Streifzug durch Zeit und Raum und eine Einladung, genauer hinzusehen und einen produktiven Umgang mit dem zu finden, was kryptisch erscheint: Von antiken Schriftsystemen über Grafik, Textgestaltung und (un)lesbare Klassiker der Literatur bis zum Zeichen-Strudel unserer schnelllebigen Gegenwart.