"Gefangen genommen, gefoltert, vertrieben oder verbrannt." Die Formulierung von Emanuel Hurwitz beschreibt, was am Abend des 23. Februars 1349 in Zürich geschah. Der ganze Text der Steintafel, die sich seit Mai 2000 an der Froschaugasse befindet, wird beachtet und fotografiert. Doch hing an der besagten Stelle zuvor bereits eine andere Tafel, auf der es lediglich hiess: "Die Blütezeit der jüdischen Gemeinde Zürichs fand im Pogrom von 1349 ein abruptes Ende." Den Antrag für eine Informationstafel hatte die Altstadtbewohnerin und freie Journalistin Vivianne Berg am 30. September 1996 gestellt. Das Gespräch von Museumsleiter Thomas Gamma mit ihr bietet einen Einblick in die Debatten um dieses erste offizielle Bekenntnis der Stadt zur gewaltsamen Seite ihrer Geschichte und thematisiert weitere Fragen der Erinnerung im öffentlichen Raum.