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Liebe, Kriege, Festlichkeiten – Facetten der narrativen Kunst aus Japan

10.09.–05.12.2021
Museum Rietberg

Japans narrative Kunst verbindet Kunstgenuss und Alltag auf einzigartige Weise. Sie findet sich in vielfältigen Formen auf unterschiedlichsten Materialien – von miniaturhaften Albumblättern bis zu raumgreifenden Stellschirmen, von exquisiten Lackkästen mit Goldmalerei bis zu aufwändig gearbeiteten Porzellanvasen und eleganten Seidenroben.

Anhand von über 100 Malereien, Lackgegenständen, Porzellanen, Seidenroben, Metallobjekten, Farbholzschnitten sowie Holzschnittbüchern aus dem 13. bis 20. Jahrhundert führt die Ausstellung in die facettenreiche, farbenfrohe und fantasievolle Welt der japanischen narrativen Kunst ein.

Die kostbaren Leihgaben stammen aus insgesamt rund 35 europäischen Museen und Privatsammlungen aus der Schweiz, Frankreich, Deutschland, Italien, Österreich, Belgien, den Niederlanden, Grossbritannien, Irland, Schweden, Ungarn und Russland. Auch Werke aus dem eigenen Bestand des Museums Rietberg werden zum ersten Mal im Kontext der narrativen Kunst präsentiert.

Die Ausstellung bietet zahlreiche «Erstmomente»: Trotz ihrer Hochschätzung in Japan wurde die narrative Kunst im Westen bisher selten im musealen Kontext thematisiert. Einzelne Erzählungen, wie etwa die berühmte «Geschichte des Prinzen Genji», wurden in Ausstellungen wie derjenigen im Metropolitan Museum in New York (2019) gewürdigt. Doch eine umfassende Ausstellung, die die reiche Palette an literarischen Vorlagen und deren Interpretationen in der Kunst und Handwerkskunst betrachtet, gibt es bislang selbst in Japan noch nicht. Diese Lücke schliesst nun die Schau im Museum Rietberg, die zudem den Fokus über die Malerei hinaus auf die Multimedialität dieser Kunstform richtet, auch dies ein Novum. Eine weitere Besonderheit dieser Zürcher Ausstellung besteht darin, dass sie auf Werke aus europäischen Museen wie privaten Sammlungen fokussiert, viele werden zum ersten Mal der Öffentlichkeit präsentiert. Somit bringt die Ausstellung noch unbekannte Schätze ans Licht, für Kunstfans wie die internationale Forschung gleichermassen von Interesse.

Monogatari-e, wörtlich «Bilder von Erzählungen», ist ein in der japanischen Kunst einzigartiges und multimediales Genre. Es schöpft Inspiration aus Buddhismus, Literatur und Dichtkunst wie auch aus dem Theater, um fantasievolle Bildwelten aus vielfältigen Materialien zu erschaffen. Die Zitate und Anspielungen aus Heldenepen, Liebesgeschichten und Sagen fanden durch die exquisiten Interpretationen in Malerei, Druckkunst sowie auf kunsthandwerklichen Objekten zusätzliche Verbreitung und verankerten sich so im kollektiven Bewusstsein. Ein faszinierender, multimedialer Erzählraum entstand, der Kunstgenuss mit Bildung verband und in den Alltag eingebunden war.

Die Ausstellung ist eine Eigenproduktion des Museums Rietberg, sie entsteht als Kooperation von drei Kuratorinnen: Dr. Khanh Trinh, Kuratorin für japanische Kunst am Museum Rietberg, Estelle Bauer, Professorin für japanische Studien am Institut National des Langues et Civilisations Orientales (INALCO) in Paris und Dr. Melanie Trede, Professorin für Kunstgeschichte Japans, Universität Heidelberg.

Museum Rietberg

Gablerstrasse 15
8002 Zürich
Bibliothek: Gablerstrasse 14

+41 44 415 31 31
Webseite

Tram 7: Museum Rietberg / Bus 72: Hügelstrasse

Fotografieren erlaubt

Öffnungszeiten

Dienstag: 10–17 Uhr
Mittwoch: 10–20 Uhr
Donnerstag: 10–17 Uhr
Freitag: 10–17 Uhr
Samstag: 10–17 Uhr
Sonntag: 10–17 Uhr

10.09.–05.12.2021

Das Museum Rietberg ist geöffnet. Mehr: rietberg.ch

Regulär: Feiertage 10–17 Uhr, Ausnahme: geschlossen am 25. Dezember. Bibliothek Di–Do 13–17 Uhr

Preise

Sonderausstellungen inkl. Sammlung: CHF 18/14*

Sammlung:
CHF 14/12*

*ermässigt

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