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Online-Symposium "Contemporary Debates on the Ecological Crisis"

Mo, 18.01.2021, 11–18:15 Uhr
Migros Museum für Gegenwartskunst

- Bitte melden Sie sich unter kunstvermittlung@migrosmuseum.ch an, der Zoom-Link wird Ihnen dann zugeschickt.

- In englischer Sprache

- Eine Kooperation des Departement Fine Arts und des Postgraduate Programme in Curating der Zürcher Hochschule der Künste (ZHdK) mit dem Migros Museum für Gegenwartskunst

- Kuratiert von Gözde Filinta, Wissenschaftlerin & Kuratorin, Istanbul & Zürich

Das Migros Museum für Gegenwartskunst und das Departement Fine Arts sowie das Postgraduate Programme in Curating der Zürcher Hochschule der Künste (ZHdK) veranstalten das Online-Symposium Contemporary Debates on the Ecological Crisis, welches die aktuellen Debatten zur ökologischen Krise transdisziplinär zu erfassen versucht. Es findet im Zusammenhang mit der Ausstellung Potential Worlds 2: Eco-Fictions im Migros Museum für Gegenwartskunst statt.

Die zweiteilige Ausstellungsreihe Potential Worlds befasst sich mit dem Verhältnis von Natur und Mensch. In Eco-Fictions, dem zweiten Ausstellungsteil, der noch bis zum 21. Februar 2021 zu sehen ist, fragen die Künstler*innen nach potenziellen «neuen» Welten, die in den «menschgemachten Ruinen» entstehen können, und nach Vorstellungen von neuen Formen des Lebens auf der Erde. Das Symposium versammelt Wissenschaftler*innen und Künstler*innen, die im Bereich der Ökologie tätig sind und angrenzende Themen wie Öko-Ästhetik, Öko-Politik, Koexistenz in Ökosystemen und Dekolonisierung von Natur einbeziehen. Das Online-Symposium lädt dazu ein, produktive Herangehensweisen an Ökologie und neu entstehende Fragen zu entdecken und die Neupositionierung des Menschen innerhalb dieser Verhältnisse zu diskutieren.


Programm:

11:00–11:10 Uhr
Begrüssung & Einführung

11:10–11:40 Uhr
Distilled Life with(in) the Anthropocene
Dr. Gabriella Calchi Novati im Gespräch mit Gözde Filinta, Forscherin und Kuratorin, Istanbul & Zürich

Die Kulturphilosophin, kritische Theoretikerin und Psychoanalytikerin Dr. Gabriella Calchi Novati lebt in Zürich und arbeitet an den Schnittstellen zwischen Performancestudien, Biopolitik, psychoanalytischer Theorie und Untersuchungen zum Anthropozän. Ihre Aufsätze zur Philosophie der Performanz, Aktivismus, Politik und Kunst sind in führenden Fachzeitschriften und zahlreichen Sammelbänden erschienen. Sie ist Visiting Professor am Trinity College Dublin, Mitglied des akademischen Beirats bei The Anthropocene Atlas of Geneva (TAAG) und Mitglied des Organisations- und wissenschaftlichen Ausschusses von Terror on Tour, einem internationalen und interdisziplinären Netzwerk von Wissenschaftler*innen, Künstler*innen und Aktivist*innen.

Calchi Novati wird über Lebenserfahrung nach dem Tod und den Perspektivenwechsel vom "Noch zum dichten Jetzt eines neuen Da-seines" sprechen.

11:50–12:20 Uhr
Earth Beings and the Neoliberal State of Nature
Prof. Dr. Federico Luisetti im Gespräch mit Dr. Elena Rosauro, Koordinatorin des Lateinamerikazentrums der Universität Zürich, Postdoktorandin und Co-Kuratorin bei la_cápsula, Zürich

Prof. Dr. Federico Luisetti ist assoziierter Professor für Kultur und Gesellschaft Italiens an der Universität St. Gallen. Er arbeitet an einer Monografie über «irdische Wesen» und planetarische Natur. Ausgewählte Veröffentlichung: The Anomie of the Earth: Philosophy, Politicsand Autonomy in Europe and the Americas (Hrsg. mit J. Pickles und W. Kaiser, 2015).

In seinem Vortrag wird Luisetti vorschlagen, unsere Aufmerksamkeit «irdischen Wesen» in der Form nichtmenschlichem Lebens zuzuwenden, das eine Herausforderung für epistemische Vorurteile und die Prinzipien des neoliberalen Naturzustands darstellt.

12:20–13:00 Uhr
Offenes Forum I: Diskussion der Beiträge mit dem Publikum

13:00–14:00 Uhr
Mittagspause

14–14:30 Uhr
Technologies of Care
Dr. Yvonne Volkart im Gespräch mit Dorothee Richter, Studienleiterin des Postgraduate Programme in Curating (ZHdK) und Professorin für Contemporary Curating, University of Reading

Dr. Yvonne Volkart lehrt Kunst und Medientheorie an der Zürcher Hochschule der Künste und der Hochschule für Gestaltung und Kunst (FHNW), Basel, wo sie das Forschungsprojekt Ecodata–Ecomedia–Ecoaesthetics des Schweizerischen Nationalfonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung geleitet hat. Sie war Co-Kuratorin des Ausstellungs- und Buchprojekts Eco-Visionaries. Art, Architecture and New Media After the Anthropocene (2018). Letzte Veröffentlichung: «Aesthetic Strategies in the Wasteocene», in Hava Aldouby (Hrsg.): Shifting Interfaces. Presence and Relationality in New Media Arts of the Early 21st Century, erschienen bei Leuven University Press. Ihr besonderes Interesse gilt den Formen der Verknüpfung von Ästhetik, Ökologie, Technologie und Feminismus und wie sie uns zur Welt in Beziehung setzen.

Mit Bezug auf die Forschungen des Projekts Ecodata–Ecomedia—Ecoaesthetics, in dessen Rahmen unter anderem Künstler*innen mit Umweltmedien arbeiten, wird Volkart zeigen, dass das transversale Potenzial eines künstlerischen Entwurfs in der Schaffung eines ästhetischen Ereignisses liegt, das unerwartete Beziehungen zu unseren mehr-als-menschlichen Mit-Wesen eröffnet und uns zur Fürsorge für sie bewegt.

14:40—15:10 Uhr
Indigenous Epistemologies. Towards a Decolonial Idea of Nature
Dr. Jose Cáceres im Gespräch mit Dr. Elena Rosauro, Koordinatorin am Lateinamerikazentrum der Universität Zürich, Postdoktorandin und Co-Kuratorin bei la_cápsula, Zürich

Jose Cáceres arbeitet als Historiker und freier Kurator im Bereich dekoloniale Praxis und kritische Pädagogik. Seine Forschungs- und kuratorische Tätigkeit befasst sich mit kollektiver Praxis und einem dringend erforderlichen Wandel, den er an den Schnittstellen zwischen Natur, Geschichte und Dekolonialität erkundet. Er ist derzeit Oberassistent und Lehrbeauftragter an der Universität Zürich, wo er zum indigenen Denken über Vergangenheit und Geschichte forscht. Neben seiner Arbeit an einer transkulturellen Idee der Geschichte aus lateinamerikanischer Perspektive lehrt er postkoloniale Studien und lateinamerikanische Geschichte.

In seinem Beitrag zum Symposium wird Cáceres Grundlagen der indigenen Erkenntnistheorien der Mapuche und anderer Andenvölker vorstellen und zeigen, wie zeitgenössische Kunst diese Epistemologien für eine dekoloniale Kritik unseres Naturverständnisses fruchtbar macht.

15:10–15:50 Uhr
Offenes Forum II: Diskussion der Beiträge mit dem Publikum

15:50–16:20 Uhr
Kaffeepause

16:20–16:50 Uhr
The High Art of Rewilding
Dr. Marcus Hall Im Gespräch mit Gözde Filinta, Forscherin und Kuratorin, Istanbul & Zürich

Dr. Marcus Hall lehrt Environmental Humanities in einem naturwissenschaftlich fokussierten Umweltstudienprogramm an der Universität Zürich. Der Wissenschafts- und Umwelthistoriker Hall promovierte in Environmental Studies an der University of Wisconsin und war zuletzt Vizepräsident der European Society for Environmental History. Forschungsinteressen: ökologische Sanierung, biologische Invasion, Ökologie der Krankheit.

In seinem Symposiumsbeitrag wird Hall über seine jüngsten Studien zur Renaturierung – der Suche nach Möglichkeiten, zuerst die wilde Natur, dann die vermenschlichte Natur wiederherzustellen – sprechen. Inspirationsquelle für seine Forschung sind Earth-Art-Projekte der 1960er und 1970er Jahre.

17:00–17:30 Uhr
Artist’s Talk
Dr. Pinar Yoldas im Gespräch mit Heike Munder, Leiterin und Co-Kuratorin der Ausstellung, Migros Museum für Gegenwartskunst, Zürich

Dr. Pinar Yoldas (*1979, Denizli, Türkei) entwirft in ihren Arbeiten fantastische Narrative für posthumane Zukunftsszenarien. In der Videoinstallation The Kitty AI: Artificial Intelligence for Governance (2016) hat eine künstliche Intelligenz in Form einer animierten Katze die Weltherrschaft im Jahr 2039 übernommen. Die Menschheit hat sich als unfähig erwiesen, sodass eine andere Spezies als intelligente Lebensform übernehmen musste. In Ecosystem of Excess (2014) imaginiert Yoldas ausgehend von der ökologischen Krisensituation des Great Pacific Garbage Patch utopische Meerestiere. Sie sind eine symbiotische Beziehung mit den Plastikteilchen in ihrer Umgebung eingegangen und können diese nun produktiv in ihre Körper aufnehmen.

17:30–18:10 Uhr
Offenes Forum III: Diskussion der Beiträge mit dem Publikum

18:10 Uhr
Schlussworte

Das Symposium wird kuratiert von der Forscherin, Kuratorin und Autorin Gözde Filinta, die in Zürich und Istanbul lebt und arbeitet. Sie schloss ein MA-Studium der Kunstgeschichte an der Universität Istanbul mit einer Arbeit über Tierfiguren in der zeitgenössischen Kunst ab, dann ein MAS-Studium in Curating an der ZHdK Zürich mit Forschungen zur Relevanz des Posthumanen in der kuratorischen Arbeit und Wegen, den posthumanen Diskurs in kuratorische Praxen einzubringen, um das anthropozentrische Paradigma im Kunstfeld aufzubrechen. Zu ihren aktuellen Forschungsinteressen gehören Animal Studies, posthumane Diskurse, ökologische Debatten und Ökokritik, Beziehungen über Speziesgrenzen hinweg und nichtmenschliche Formen von Handlungsmacht in der Kunst. Derzeitige Projekte: Parasites at Work, ein Forschungsprojekt mit der School of Commons (Zürich), TUTORIAL, ein von der Stiftung KunstFonds und der Stadt Leipzig getragenes internationales Off-Space-Netzwerkprojekt in Leipzig und im digitalen Raum, sowie Wolfwisdom Society, ein Online-Buchclub.


Respondent: Ronald Kolb, Co-Leiter, Postgraduate Programme in Curating (ZHdK)

Migros Museum für Gegenwartskunst

Limmatstrasse 270
8005 Zürich

+41 44 277 20 50
Webseite

Tram 4/6/13: Löwenbräu

Öffnungszeiten

Mo, 18.01.2021, 11–18:15 Uhr

Preise

CHF 12/8*

Kombiticket mit der Kunsthalle Zürich: CHF 20/12*

*ermässigt

Jeden Donnerstag von 17-20h:
Eintritt frei

Freier Eintritt für Kinder und Jugendliche bis 16 Jahre.

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