Museumsberufe im Fokus: Vermittlerin/Museumspädagogin

08.08.2023 / Blog
© Jürg_Waldmeier
© Adrian Funk
© Adrian Funk

Sabine Frei, Sie leiten das Vermittlungsteam im KULTURAMA Museum des Menschen. Was gehört zu Ihrem Aufgabengebiet?
Neben der Durchführung von Führungen und Workshops ist die Entwicklung neuer Vermittlungsangebote die schönste Arbeit. Die Erarbeitung koordiniere ich in unserem Vermittlungsteam. Dabei ist es eine meiner Aufgaben, darauf zu achten, dass die Inhalte gut rhythmisiert, möglichst interaktiv und zielgruppengerecht vermittelt werden können. Dazu gehört neben Fachwissen auch ein Gespür für Spiele, Gruppenaktivitäten und unkonventionelle Methoden, um Wissen zu vereinfachen und darzustellen. So kommt das Wissen beim Publikum an und bleibt im Gedächtnis. Derzeit sind wir dabei, unsere Dauerausstellungen neu zu konzipieren. Auch hier habe ich die dankbare und kreative Aufgabe, möglichst viele Interaktionsmöglichkeiten und Hands-on-Stationen einzuplanen.
In der Vermittlung arbeiten bei uns fünf Fachpersonen aus unterschiedlichen Fachgebieten. So können wir als interdisziplinäres Museum Paläontologie, Geologie, Archäologie, Geschichte und Psychologie abdecken und mein eigenes Fachgebiet, die Anthropologie. Zu meinen Aufgaben gehört es auch, die Führungen und Workshops, von denen wir jährlich über 650 durchführen, so unter uns aufzuteilen, dass alle Gruppen vom Kindergarten bis zur Hochschulweiterbildung, von einem optimalen Erlebnis profitieren können.

Wie arbeiten Sie mit anderen Abteilungen im Museum zusammen, um sicherzustellen, dass die pädagogischen Aktivitäten die Gesamtvision des Museums unterstützen?
Da das KULTURAMA vor 45 Jahren für die Vermittlung gegründet wurde, steht die Vermittlung (personal und medial) auch bei Neuplanungen und Sonderausstellungen von Anfang an im Zentrum. Anders als in vielen Museen arbeiten bei uns Vermittlungs- und Ausstellungsteam von Anfang an zusammen. So stellen wir gemeinsam sicher, dass sowohl Hands-on-Stationen als auch Gruppen und Schulklassen ihren Platz in der Ausstellung finden. Bei grösseren Gruppen gilt dies im wahrsten Sinne des Wortes. Da geführte Gruppen eine unserer wichtigsten Zielgruppen sind, ist es wichtig, von Anfang an z. B. Besammlungsplätze in der Ausstellung einzuplanen oder Objekte so zu präsentieren, dass sie von mehreren Personen gleichzeitig betrachtet werden können.

Wie passen Sie die Vermittlung von Wissen und Erfahrungen an die unterschiedlichen Zielgruppen an, die das Museum besuchen?
Unser Ziel ist es, Wissen über den Menschen niederschwellig an Menschen jeden Alters und jeder Vorbildung zu vermitteln. Deshalb sind unsere Angebote sehr unterschiedlich aufgebaut. Für Erwachsene auf einem Betriebsausflug oder in einer Weiterbildung für Lehrpersonen wird mehr Wissen mündlich direkt am Objekt und im Dialog mit den Besuchenden vermittelt. Für das jüngere Publikum ist die Herangehensweise eine andere. Direkt am Objekt bzw. an der Hands-on-Station wird allein oder in der Gruppe ausprobiert, beobachtet und entdeckt. Ausgehend von den neu gemachten Erfahrungen werden dann die Inhalte der Ausstellung erarbeitet. Für Kinder und Jugendliche empfiehlt es sich auch immer ein paar Aktivitäten oder Spiele «in petto» zu haben. Erfahrungsgemäss kommen übrigens Spiele oder Rätsel in veränderter Form auch bei Erwachsenen gut an!

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