«Erde am Limit», Kulturama Museum des Menschen
«Climate Fiction», Strauhof I Foto: Zeljko Gataric
«Wind und Wetter. Das Klima in Zürich seit der Steinzeit», Zentralbibliothek Zürich
«Climate Fiction», Strauhof I Foto: Zeljko Gataric
«Klimakurve», focusTerra – ETH Zürich

Waldbrände, Hochwasser, Dürren und Unwetter: Die Klimakrise hat uns längst im Griff und die drohende Energiekrise steht auch vor der Tür. Wir müssen genau hinschauen und uns mit der Thematik intensiv auseinandersetzen – auch in der Kunst und Kultur. Folgende Ausstellungen wollen wir euch darum ans Herz legen: 

«Climate Fiction», Strauhof – bis 08.01.2023: Seit jeher erzählt die Literatur von Menschen und der Umwelt, von Visionen und Katastrophen. Immer mehr Bücher erscheinen unter dem Label «climate fiction». Ihnen gemeinsam ist, dass sie die Bedingungen und komplexen Zusammenhänge mit Sprache erfahrbar machen wollen. Die Geschichten und Gedichte der Ausstellung erzählen in einer raumgreifenden Installation von Hitze, Wasser und Gletschern, von drastischen Veränderungen und vom schwindenden Vertrauen zwischen den Generationen – und der Hoffnung auf eine bessere Welt.

«Erde am Limit», KULTURAMA Museum des Menschen – bis 16.07.2023: Die interaktive Sonderausstellung zeigt auf, wie der Mensch als Teil der natürlichen Umwelt Einfluss auf die Ökosysteme unseres Planeten nimmt und welche Konsequenzen daraus resultieren. Führungen durch die Ausstellung finden jeweils am ersten Sonntag des Monats um 14:30 Uhr statt. An ausgewählten Tagen gibt es Führungen in englischer Sprache. Für Gruppen und Schulklassen werden Führungen und Workshops zur Ausstellung angeboten.


«Alles Leben wird enden. Es wird immer heisser werden. Die Hitze wird unerträglich sein für alles Lebende. Es wird immer heisser werden und rasch wird alles sterben. Und gleichwohl; noch sieht man nichts. Noch hört man nichts.»
– Présence de la mort, 1922 (aus der Ausstellung «Climate Fiction», Strauhof)


«Wind und Wetter. Das Klima in Zürich seit der Steinzeit», Zentralbibliothek Zürich – bis 09.12.2022: Die Klimageschichte Zürichs in einer Ausstellung. Besonders im Fokus liegen die Arbeiten des Universalgelehrten Johann Jakob Scheuchzer (1672–1733). Er unternahm als Erster in der Eidgenossenschaft barometrische Höhenmessungen, sammelte Wetter-Daten in Zürich sowie am Gotthard und versuchte, ein internationales meteorologisches Netzwerk aufzubauen. Ein spannendes Rahmenprogramm von Führungen und drei Vorträgen begleitet die Ausstellung.

«Touch Wood», ZAZ Bellerive - Zentrum Architektur Zürich – bis 18.12.2022: Vom Material «Holz» ausgehend erforscht die Ausstellung das Potenzial in der Architektur und lädt zu einem differenzierten Nachdenken über unsere gebaute Zukunft ein. Praxisnah und visionär zugleich taucht die Ausstellung in das Universum des Holzes ein und öffnet den Blick auf eine umweltfreundliche Architektur der Zukunft. Als Veranstaltungstipp empfehlen wir das Gespräch «Lasst uns über die Natur sprechen» am 28. Oktober 2022.

«Crowd Water», Science Pavillon UZH – bis 31.05.2023: Können Katastrophen wie Trockenheit, Ernteausfälle oder Überschwemmungen vorhergesagt werden? Welche Daten und Technologien werden benötigt und wie können sie Forschenden dabei helfen? Die Frage nach der Vorhersage von Trockenheitsperioden und Überschwemmungen gewinnt angesichts der Klimaerwärmung und ihrer Folgen für Mensch und Umwelt immer mehr an Bedeutung und steht im Fokus der Ausstellung. Ausserdem wird die CrowdWater App präsentiert, die in einem Forschungsprojekt des Geographischen Instituts der UZH entwickelt wurde.


«Sind Sie sicher, dass Sie die Erhaltung des Menschengeschlechts, wenn Sie und alle Ihre Bekannten nicht mehr sind, wirklich interessiert?»
– Max Frisch, Fragebogen, 1987 (aus der Ausstellung «Climate Fiction», Strauhof)


«Cool down Zurich – Wir kühlen die Stadt», Stadtgärtnerei – Zentrum für Pflanzen und Bildung – 29.05.2023: Die Ausstellung thematisiert die Gründe für die Erwärmung. Zudem zeigen die verschiedenen Stationen, wie Pflanzen, Wasser, Schatten und helle Oberflächen für kühlere Temperaturen sorgen. Auch die Bedeutung der Luftströme aus der höher gelegenen, bewaldeten Umgebung wird erklärt. Zu den verschiedenen Informationen im Ausstellungsraum kommen Entdeckungen draussen im Park und im Tropenhaus hinzu.

Die 2019/2020 überarbeitete Klimakurve «Die Klimageschichte der Erde» zeigt im focusTerra - ETH Zürich den Verlauf des Klimas über die letzten 2'000, 800'000 und 3,4 Milliarden Jahre – und natürlich auch weiteres wissenschaftlich Wichtiges zu diesem Thema. 

Der Klimawandel und die drohende Gasknappheit stellen auch Museen vor herausfordernde Aufgaben. Wie kann der Energieverbrauch dauerhaft gesenkt werden? Wie können Museen nachhaltiger werden? Auf der anderen Seite sind Museen auch von den Massnahmen der Städte und Kantone betroffen. So muss das Haus Konstruktiv einer Energiezentrale im ewz-Unterwerk Selnau weichen, die die Stadt mit erneuerbarer Wärme und Kälte versorgen wird. Wo kann ein Museum während einer Energiekrise unterkommen? Wir sind alle gefordert, nachhaltig zu handeln – und ebenso mitzudenken. Und dafür ist das Umfeld der Kunst und Kultur die ideale Plattform.

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