Portrait-Warja-Lavater Zentralbibliothek
Pati Hill, page from/Seite von Versailles Rose Garden Déchet and Alternatives, ca. 1997, courtesy Pati Hill Collection, Arcadia University
Sophie Taeuber-Arp, Bar Aubette (Rekonstruktion), 1926–1928/1998. Sammlung. Museum Haus Konstruktiv: «RESET - Museum. Sammlung. Zukunft.»
Ottilie W. Roederstein in ihrem Atelier im Städelschen Kunstinstitut, Frankfurt am Main, um 1894 Roederstein-Jughenn-Archiv im Städel Museum, Foto © Roederstein-Jughenn-Archiv im Städel Museum, Frankfurt am Main
Wehrpflicht und Stimmrecht Männer haben ein Stimmrecht unabhängig davon, ob sie Militärdienst leisten. Bis 1874 wurden nur rund 40 Prozent der diensttauglichen Männer eingezogen. Die militärische Abstinenz der Frauen wird oft als Argument gegen das Frauenstimmrecht ins Feld geführt. Sanitätsfahrerinnen des FHD, 1939–1945. Copyright: Schweizerisches Nationalmuseum
Iris von Roten, «Frauen im Laufgitter»: Kapitel 2 Wie es der Frau in der Liebe und ihrem Drum und Dran ergeht, Kapitel 3 Mutterschaft – Bürde ohne Würde, Kapitel 4 Haushaltfron – der Liebe Lohn | Installation mit Ahninnenspinne und Manuskript, Textcollage | Foto: Zeljko Gataric
Spielszene, FCZ-Museum Sonderausstellung zum 50-jährigen Frauenfussball-Jubiläum in der Schweiz
Wertpapier aus der Sammlung des Schweizer Finanzmuseums

Dieses Jahr muss der Weltfrauentag zwar wegen der Corona-Pandemie ohne grosse Veranstaltungen auskommen, gekämpft, gefeiert und geehrt wird aber trotzdem – in unseren Museen. 

Heute ist Weltfrauentag, der 1911 von der Sozialistin und Feministin Clara Zetkin initiiert wurde. Auch über 100 Jahre später debattieren wir u. a. über «Frauen im Museum». Nicht zuletzt, weil Frauen in Museen weltweit vorrangig als Aktdarstellungen oder religiöse Objekte bekannt sind. Bis in die 1960er Jahre waren mit «Frauen in der Kunst» sogar immer Frauendarstellungen gemeint. Berechtigterweise fragte 1985 die anonyme Künstlerinnengruppe Guerilla Girls «Müssen Frauen nackt sein, um ins Museum zu kommen?».

Die Präsenz von Künstlerinnen im Kunst- und Ausstellungsbetrieb hat sich zwar verbessert, aber zufriedenstellend ist sie noch nicht. Frauen sind als ausstellende Künstlerinnen immer noch unterrepräsentiert. Künstlerinnen und Kulturschaffende kämpfen heute wie gestern um Sichtbarkeit von Frauenkunst, denn die fehlende Präsenz kreativer Frauen der Vergangenheit raubt auch Künstlerinnen der Gegenwart Vorbilder und Traditionen. Nicht so in den Züricher Museen, wie die aktuellen Ausstellungen zeigen: 

Zentralbibliothek Zürich: Der jungen Grafikerin Warja Lavater teilte Armin Meili, Direktor der schweizerischen Landesausstellung von 1939, lakonisch mit: «Nein, für so ein Fräulein ist keine Arbeit da». Lavater liess sich nicht abhalten und setzte sich mit ihrem Entwurf für das Landi-Signet gegen die männliche Konkurrenz durch. Es folgte eine beeindruckende Karriere als Grafikerin. Sie setzte sich immer wieder für die Frauenbewegung ein und erlangte als Künstlerin durch ihre Book Art internationales Renommee. «Sing – Song – Signs & Folded Stories»: Eine Ausstellung über das Leben und Werk der Künstlerin. Bis 19.06.

Kunsthalle Zürich: Die Ausstellungen von der eigenwilligen und starken Neuseeländerin Jacqueline Fraser und der amerikanischen Pati Hill (1921–2014), die als Copy-Artist eine Pionierin ist, könnten zum heutigen Tag kaum besser passen. Jacqueline Fraser präsentiert eine neue ortsspezifische Installation in der Kunsthalle Zürich. Sie ist die jüngste in einer 2011 begonnenen Reihe von Arbeiten, die fiktionale Remakes von Arthouse- und Hollywood-Filmen zeigt. «Something other than either» zeigt die bisher umfassendste Ausstellung von der Künstlerin Pati Hill, die auch Schriftstellerin, Kolumnistin, Model, Antiquitätenhändlerin und Galeristin war. Bis 02.05.

Museum Haus Konstruktiv: Sophie Taeuber-Arp (1889, Davos, CH – 1943, Zürich, CH) stand stets im Schatten ihres berühmten Mannes Hans Arp. Erst nach und nach erkannte die Kunstgeschichte das grossartige Vermächtnis dieser Künstlerin und ihr eigenständiges, vielfältiges Werk. Heute gilt sie als Pionierin ihrer Epoche und zählt zu einer der grössten Schweizer Künstlerinnen. In der Ausstellung «RESET. Museum. Sammlung. Zukunft.» sind ihre Textilarbeiten, Marionetten, Teppiche und ihre Gemälde und Grafiken neu zu entdecken. Zudem ist aktuell die von ihr gestaltete «Bar Aubette» zu sehen, eine der wichtigsten konstruktivistischen Raumgestaltungen, in denen sich Malerei, Architektur, Kunst und Alltagsleben miteinander verbinden. Bis 16.05.

Kunsthaus Zürich: Ottilie W. Roederstein – die perfekte Ausstellung zum Weltfrauentag. Als erfolgreiche und unabhängige Malerin fand Ottilie W. Roederstein (1859–1937) nicht nur in der Schweiz und Deutschland grosse Anerkennung für ihre Porträts und Stillleben, sondern auch in Paris. Die in Zürich geborene Künstlerin gilt als eine der wichtigsten Vorreiterin der Selbstbestimmung. Bis 05.04.

Landesmuseum Zürich: Was wäre der Tag der Frau ohne ihre Rechte? 50 Jahre nach der Einführung des Frauenstimmrechts in der Schweiz beleuchtet die Ausstellung «Frauen.Rechte | Von der Aufklärung bis in die Gegenwart» das seit über 200 Jahre an- und aufbauende Ringen um Frauenrechte in der Schweiz. Die Ausstellung im Erweiterungsbau ist heute ausnahmsweise geöffnet und der Eintritt ist gratis! Bis 18.07.

Strauhof: Ein Frauentag ohne die visionäre Feministin Iris von Roten ist undenkbar. Als 1958 ihr 600 Seiten Lebenswerk erschien, war sie ihrer Zeit Jahrzehnte voraus. In der Ausstellung kann in verschiedenen Räumen durch das Buch gewandelt werden. Die Ausstellung «Frauen im Laufgitter» wurde anlässlich von 50 Jahren Frauenstimmrecht von der Theatergruppe MASS & FIEBER konzipiert. Bis 30.05.

FCZ-Museum: Ein spezielles Stück Frauengeschichte zeigt die Ausstellung «Eine eigene Liga! 50 Jahre Frauenfussball in der Schweiz.». Es ist die Geschichte von weiblicher Selbstermächtigung in einer damals dominierten Männerwelt, dem Fussball. Am 21. Februar 1968 wurde mit dem Damenfussball Club Zürich der erste Frauenfussball-Verein in der Schweiz gegründet. Nicht aufrund emanzipatorischer Ideologien und Konzepten, sondern aus dem Wunsch der vielen Frauen, endlich diesen faszinierenden Sport überhaupt offiziell betreiben zu dürfen. Bis 31.03.

Zu guter Letzt noch etwas aus dem Schweizer Finanzmuseum: Frauen spielten in der Börsenwelt seit jeher eine Rolle. Dies mag im ersten Moment erstaunen, gilt doch die Welt der Wertpapiere als Männerdomäne. Die weiblichen Figuren auf Aktien und Anleihen vergangener Zeiten verdeutlichen, dass die Frau jahrhundertelang leider nur auf die Rolle einer werbewirksamen Ikone beschränkt war. Erst der gesellschaftliche Wandel im 20. Jahrhundert brachte den Frauen das Recht auf ihr eigenes Vermögen und die Möglichkeit, sich aktiv am Finanzgeschehen zu beteiligen.

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