Die unsichtbaren Heldinnen und Helden der Zürcher Museen

01.05.2024 / Blog
Urs Eggli, Foto: Angelika Wey

Urs Eggli, Sie sind seit über 38 Jahren in der Sukkulenten-Sammlung als wissenschaftlicher Mitarbeiter tätig und gelten als eine Koryphäe in Ihrer Branche. Welche sind die schönsten Erkenntnisse oder Entdeckungen, die Sie während Ihrer 38-jährigen Tätigkeit als wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Sukkulenten-Sammlung gemacht haben?

Die wichtigste Erkenntnis ist, wie wichtig internationale Kontakte und eine gute Vernetzung mit artverwandten Institutionen sind – für eine so spezialisierte Einrichtung wie die Sukkulenten-Sammlung Zürich ist Kooperation und aktiver Wissensaustausch absolut essenziell.

Entdeckungen konnte ich jeden Tag machen: Die Lebendsammlung mit ihren fast 22'000 Pflanzen bietet jeden Tag etwas Neues. Und zwar nicht nur für mich als Botaniker, sondern auch für die Mitarbeitenden der Sammlung und für unser Publikum. Die Möglichkeit, Beobachtungen an den lebenden Pflanzen mit konservierten Belegen aus unserem Herbarium und mit publiziertem Wissen zu vergleichen, erweitert den Wissenshorizont enorm. So entdeckten mein Kollege Reto Nyffeler von der Universität Zürich und ich gemeinsam, dass die früher zu den Portulakgewächsen gezählte Gattung der Liebesröschen (Anacampseros) eine eigene Pflanzenfamilie darstellt. Und dass wir für das internationale «Plant Tree of Life»-Projekt Kakteenmaterial zur Verfügung stellen konnten, ist ein weiteres aktuelles Highlight.

Die Arbeitsmethoden haben sich im Laufe der Jahre ziemlich geändert – keine Schreibmaschine und keine Karteikarten mehr und statt ein paar Schritte in die Bibliothek nun ein paar Tastenanschläge ins Internet. Aber die Pflanzen der Lebendsammlung, … die stehen auch heute noch im Zentrum der Arbeit, sowohl für die Wissensgenerierung als auch als Botschafter für die Wissensvermittlung an unser Publikum.

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