«Behind the Scenes» im Masoala Regenwald des Zoos Zürich

17.05.2023 / Blog
Claudia Herkert-Derungs, Leiterin Marketing & Edukation des Zoos Zürich

Zum 20-jährigen Jubiläum des Masoala Regenwalds weihte der Zoo Zürich diesen Frühling sein neues Naturschutzzentrum ein. Auf der Fläche der einstigen Masoala-Ausstellung können die Zoobesucher*innen seit Anfang April auf einer 360°-Grossleinwand in die weltweiten Naturschutzprojekte des Zoos eintauchen – und auf diese Weise mehr über die Projekte erfahren. Claudia Herkert-Derungs, Leiterin Marketing & Edukation des Zoos Zürich, gewährt uns einen Einblick.

Claudia Herkert-Derungs, im Naturschutzzentrum ist ein grosser Raum, auf dessen Wände überdimensionale Filme projiziert werden. Spektakuläre Bilder, die wirksame visuelle Eindrücke schaffen mit einer Komposition von gezeichneten und gefilmten Elementen. Erzählen Sie uns mehr darüber?
Der Zoo Zürich engagiert sich seit Jahrzehnten für bedrohte Tierarten und Ökosysteme. Der Masoala Regenwald markiert auch heute noch einen Meilenstein in der Entwicklung des Zoos zum Naturschutzzentrum. Auf 11'000 Quadratmeter leben Pflanzen und Tiere unter gleichen Bedingungen wie in ihrem bedrohten Lebensraum in Madagaskar, was für ein besonders naturnahes Zooerlebnis sorgt. Gleichzeitig engagiert sich der Zoo Zürich seit bald 30 Jahren für den Naturschutz in der Masoala-Region.
In unserem neuen Naturschutzzentrum werden die Naturschutzprojekte für die Zoobesucher*innen noch besser sichtbar. Orang-Utans in Sumatra, Pinguine in der Antarktis oder Nashörner in Kenia. Im 360-Grad-Kino wird mit eindrucksvollen Bildern aufgezeigt, dass Naturschutz nur gemeinsam geht. Und: jeder Franken zählt.
Deshalb erhob der Zoo Zürich mit der Eröffnung des Naturschutzzentrums einen freiwilligen Naturschutzfranken auf die Ticketpreise. Der Erlös ist gebunden und kommt vollumfänglich den Naturschutzprojekten zu. – Ein kleiner Beitrag mit grosser Wirkung. Der Naturschutzfranken ist fakultativ und kann an der Kasse auf Wunsch auch abgewählt werden.

Auf welche weiteren Erlebnisse dürfen sich die Besucher*innen im Rahmen des Jubiläums freuen?
Passend zum Jubiläum haben unser Restaurant und der Shop einen neuen Look bekommen und wir haben bunte Socken für den Regenwaldschutz ins Sortiment aufgenommen – die #DillyLilMasoalaSocks. Mit dem Kauf dieses Paars DillySocks beteiligt man sich mit einem Franken am Naturschutzprojekt Masoala.
Neu eingezogen im Masoala Regenwald ist eine weitere Lemurenart, ein Männchen und ein Weibchen der Mohrenmakis.  Auf den ersten Blick könnte man denken, es handle sich bei den zwei Neuankömmlingen um Tiere zweier verschiedener Arten. Tatsächlich unterscheiden sich Männchen und Weibchen sehr in ihrem Äusseren. Das Männchen ist durchgehend schwarz gefärbt, das Weibchen hingegen bräunlich und am Bauch hellbraun bis weissgrau. Erste Erkenntnisse zeigen, dass das Zusammenleben mit den anderen Tieren, insbesondere mit den um einiges grösseren Roten Varis, gut funktioniert. Nicht zuletzt deshalb, weil sehr viel Platz zum Ausweichen vorhanden ist.
Für ein besonderes Erlebnis empfehlen wir, eine Futterexpedition zu buchen. Die Besucher*innen begleiten die Tierpfleger*innen auf den Erlebnispfaden und werfen einen exklusiven, nahen Blick hinter die Kulissen des Masoala Regenwalds. Während dem Verteilen des Futters begegnet man den Tieren aus nächster Nähe und die Roten Varis und die neuen Lemuren empfangen einem mit neugierigen Blicken.  

Und gibt es etwas, das kaum jemand über den Masoala Regenwald weiss?
Um diese Frage zu beantworten, habe ich Rücksprache mit Dr. Martin Bauert gehalten, Leiter Naturschutz im Zoo Zürich. Er hat mir Folgendes verraten: «Im Masoala Regenwald gibt es über 500 Pflanzenarten. Darunter auch die grösste Kokos-Palme der Schweiz, die eigene Früchte trägt. Fast 40 Arten stehen auf der Roten Liste der Internationalen Welt-Naturschutzunion IUCN. Der Wasserbedarf des Masoala Regenwaldes beträgt im Sommer bis zu 140’000 Liter pro Tag. Im Winter reichen rund 40'000 Liter pro Woche.
An eine lustige Geschichte rund um die Bepflanzung der Arten im Masoala Regenwald kann ich mich gut erinnern: Als wir die kleinen Pflanzen für den Unterwuchs kurz vor Eröffnung gepflanzt haben, kam ein Gärtner verzweifelt auf mich zu und bat, den Mähnenibis während der Bepflanzung in der Voliere einzusperren. Rasch war mir klar, woher der Wunsch kam. Der schlaue Vogel lief dem Gärtner auf Schritt und Tritt nach und holte mit seinem langen Schnabel die frisch gesetzten Pflänzchen eines nach dem anderen aus dem Boden, um nachzuschauen, ob nicht doch vielleicht noch ein Regenwurm unter dem Wurzelballen zu finden ist.»

 

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